STARTSEITE


Start
Keine zweite Gesamtschule
Donnerstag, 18. Juni 2009, 14:05 Uhr

von:

DANIELA VEUGELERS


Kategorie: Startseite, Nettetal, Grenzland

Nettetal. Gegen die Stimmen von SPD und Grünen entschied sich der Schulausschuss nach langer Diskussion am Dienstag gegen die Einrichtung einer zweiten Gesamtschule. Die schlagkräftigsten Gründe für eine Ablehnung lieferte den Christdemokraten und Liberalen vor allem ein Gespräch des Ersten Beigeordneten Armin Schönfelder mit der Bezirksregierung. Gleich fünf Fachleute brachten darin klar zum Ausdruck, dass eine zweite Gesamtschule in der Seenstadt, mit Blick auf zurückgehende Schülerzahlen, keine Genehmigung erhalten würde. „Uns werden schlicht und einfach die Schüler fehlen“, sagte Schönfelder.


Auch der Erweiterung der Sekundarstufe I der Gesamtschule durch eine Dependance-Lösung standen die Regierungsbeamten kritisch gegenüber. „Dies ist nur begrenzt und unter erheblichen Einschränkungen denkbar“, hieß es aus Düsseldorf. Bei einer möglichen Erweiterung des Sekundarbereiches II wurden erhebliche Zweifel angemeldet. Weitergehende Untersuchungen seien hier notwendig.

Vor dem Hintergrund dieser Informationen forderte die CDU alle politischen Parteien auf, aktiv an einem „Bündnis für Schulen“ mitzuarbeiten, wie es Sprecher Ingo Heymanns formulierte. Man habe sich die Betroffenheit der an der Gesamtschule abgelehnten Familien zu Eigen gemacht. „Die einfachste Forderung wäre die Forderung nach einer zweiten Gesamtschule“, dies würde aber zu mehr Problemen als bisher führen. In der Stellungnahme des Rektors der Lobbericher Hauptschule Am Ingenhovenpark stehe eindeutig, „eine zweite Gesamtschule bedeutet das Ende der Haupt- und Realschule“.

Aus diesem Grund strebe man mit dem „Bündnis für Schulen“ die allgemeine Verbesserung der Schulsituation an. Basis hierzu ist ein Maßnahmenkatalog mit mittel-, kurz- und langfristigen Beschlüssen. Dazu gehören die Umwandlung der Haupt- in Ganztagsschulen, die Ausweitung von baseL auf alle Nettetaler Schulen sowie ein möglicher Schulverbund für die Oberstufe. Heymann schlug auch die Umwandlung von Haupt- und Realschulen in Berufsqualifizierungsschulen vor.

In Punkto Stabilität der Schulen widersprach der SPD-Sprecher Hans Kettler seinem Vorredner massiv: „Würden nicht jedes Jahr so viele Kinder von der Gesamtschule abgelehnt, würden die beiden Hauptschulen schon jetzt ein Problem mit ihrer Zügigkeit bekommen. Alle, die etwas andere sagen, lügen sich in die Tasche.“ Klar sei jedoch auch, dass man in der Diskussion um mehr Gesamtschulplätze keine Schule angreifen wolle. Angesichts der aktuellen Erst-anmelderzahlen könne man jedoch die Hauptschulen als Restschulen bezeichnen, so Kettler. „Wir schaffen uns dort soziale Brennpunkte.“ Abschließend bezweifelte er die Absage der Bezirksregierung, was zu einer längeren Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Ersten Beigeordneten führte.

Grünen-Sprecher Guido Gahlings warf der Verwaltung vor, sich nicht „ernsthaft bemüht zu haben, den Elternwillen aufzunehmen“. Auch dies wies Schönfelder weit von sich. Gahlings führte zahlreiche Studien an, die die Vorteile einer Gesamtschule benennen. „Ich verstehe es nicht, warum wir die zweite Gesamtschule nicht einfach machen.“ Angesichts der scharfen Vorwürfe seiner Vorredner von SPD und Grüne bedauerte FDP-Sprecher Johannes Peters, „dass einige Parteien den gemeinsamen Weg der Schulplanung verlassen zu haben scheinen“. Den Leuten vorzugaukeln, eine zweite Gesamtschule ginge, auch wenn die Bezirksregierung ablehnt, „finde ich absolut nicht richtig“. Es gehe auch nicht an, dass sich die Schulen künftig die Schüler wegnähmen.

Schließlich stimmten SPD und Grüne gegen den Schulentwicklungsplan, begrüßten aber ausdrücklich wesentliche Passagen der Vorlage der Verwaltung.








<- Zurück zu: Nettetal